Gordes

Aufbruch

Auf dem Campingplatz bei Lucca hat es mir gut gefallen.
Dennoch empfinde ich beim Aufbruch eine Freude, die nichts damit zu tun hat, was ich zurücklasse (“gut, dass ich endlich weg bin”), sondern damit, was mich erwartet.
Davon kann man bestimmt etwas ins Leben zu Hause übernehmen. Offen zu sein für Neues, freudig zu neuen Ufern aufbrechen.

Riviera

Da ich in zwei Tagen in Barcelona sein möchte, fahre ich heute eine lange Strecke, bis nach Frankreich in die Provence, ins Luberon nach Gordes.
Dabei fahre ich die meiste Zeit an der Riviera entlang, zunächst an der italienischen, dann an der französischen, der Côte d’ Azur.
Es gibt viele wunderschöne Ausblicke und haufenweise Orte, von denen ich denke, dass man dort auch mal hinfahren könnte.
Es ging ja das Gerücht, dass mich Frankreich nicht interessieren würde.
Das ist so natürlich nicht richtig, aber für ganz Südwest-Europa sind auch 3 Monate kurz und ich wollte die Schwerpunkte auf Italien und Portugal legen.
Da bleibt für Frankreich nicht viel Zeit. Spanien nimmt sich dann später seine Zeit, aber dazu in einem anderen Beitrag.
Also fahre ich an Monaco, Nizza, Cannes, Saint-Tropez und Marseille vorbei, ohne sie eines Blickes zu würdigen.

Noch auf italienischer Seite komme ich in einen der wenigen Staus meiner bisherigen Reise. Vor Genua ist die Autobahn gesperrt. Es geht zäh durch kleine Küstenorte.

Was vorher Ahnung war wird jetzt Gewissheit: die Klimaanlage funktioniert nicht. Gar nicht!
Ich habe das Auto im November gekauft und bin bei Schnee losgefahren.
Jetzt zeigt das Autothermometer bis 36°C.
Ich denke es übertreibt ein bisschen, aber jedenfalls sind das perfekte Klimaanlagen-Testbedingungen.
Ich überlebe es trotzdem ganz gut und irgendwann geht es wieder auf die Autobahn und der Verkehr rollt flüssig.

Direkt hinter der französischen Grenze winkt mich die Polizei zur Kontrolle raus.
Dann finden sie meine Klappstühle und Bettdecken aber doch langweilig und schicken mich relativ schnell weiter.

Ohne weitere Verzögerungen lande ich in Gordes und finde es beim Vorbeifahren wunderbar.

Campingplatz

Der Campingplatz liegt etwas außerhalb über dem Ort.
Er ist schön angelegt und hat Schattenbäume.

Von dort sind es etwa 20 Minuten Fußweg, über zum Teil versteckte Pfade, nach Gordes Downtown.
Gordes besteht fast ausschließlich aus Häusern, die mit Natursteinen verkleidet sind.
Die meisten davon unverfugt, so dass es aussieht sieht, als seinen die Steine nur aufeinander geschichtet.

Aufgrund der Hanglage, gibt es im Zentrum überall kleine Treppchen und steile Gässchen.
Im Restauran “La Trinquette” sitzen einige Gäste auf der Terrasse, ein Paar sitzt an einem Tisch auf einem winzigen Balkon im 1. Stock, auf dem größeren Balkon im 2. Stock sitzen ebenfalls einige Gäste.
Das sieht sehr romantisch aus, trotzdem koche ich dann lieber selber auf dem Campingplatz.

Abbaye Notre-Dame de Sénanque

Am nächsten Tag mache ich eine Wanderung zur Abtei Notre-Dame de Sénanque.
Aber vorher gibt es natürlich Baguette und Croissant zum Frühstück.

Ich wandere (mit Hut) durch Wälder und über mit Steinmauern eingefasste Wege.

Die Abtei liegt etwas abseits in einem Tal, umgeben von Lavendelfeldern.
Der blüht leider noch nicht, im Sommer muss das ein toller Anblick (und Duft) sein.

Auf dem Rückweg verlasse ich mich ganz auf mein Handy und Google Maps.
Es ist unglaublich, was für Trampelpfade Google kennt!
Alles weiß es aber dann doch nicht, so klettere ich über den einen oder anderen Gartenzaun und schleiche mich durch privates Gebiet.
Irgendwo im Wald verpasse ich dann aber die richtige Abzweigung.
Da es hier überhaupt kein Netz gibt, komme ich auch nicht wieder auf den richtigen Weg.
Ich denke kurz darüber nach, was ich jetzt machen würde, wenn ich mit dem Fuß umknicke, setzte dann aber doch lieber meinen Weg in die ungefähre Richtung zum Campingplatz fort.
Am Ende lande ich dort auch mit heilen Füßen.

Gordes

Nachdem ich geduscht habe, gehe ich noch mal nach Gordes, um es bei Tageslicht anzusehen.
Ich findes es verdient, zu “Plus beaux villages de France” zu gehören.

Am nächsten Tag beende ich auch meine Stippvisite in Frankreich.

Ich fahre weiter nach Barcelona, wo ich mich schon sehr freue, morgen Melanie zu treffen :-).

Posted in Busfahrt.

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