Amalfi-Küste

Tropea markiert den Wendepunkt des Italien-Teils meiner Reise.
Jetzt geht es an der Westküste wieder Richtung Norden.
Ich fahre an die Amalfiküste, etwas südlich von Neapel.
Der Campingplatz liegt hoch über der Küste im Ort San Lazzaro.

Der Platzbetreiber ist sehr freundlich, hilfsbereit und spricht sehr gut Englisch. Er empfiehlt Wanderungen und hat auch gleich kopierte Karten parat.
Einmal fährt er sogar mit dem Fahrrad zur Businfo, um zu erfragen, ob der von mir ausgesuchte Bus da hin fährt, wo ich hin möchte.
Der Platz ist schön bewachsen und in verschiedene Ebenen und Bereiche unterteilt.
Das großartige Einfahrtstor korrespondiert leider nicht ganz mit den Sanitäranlagen (OK, vielleicht bezüglich des Alters).
Der Boden im Sanitärbereich ist mit Erde und Blättern verdreckt, was sich leider auch während meines zwei-nächtigen Aufenthalts nicht ändert.
In diesem Bereich stellt “Beata Solitudo”, die selige Einsamkeit, das Schlusslicht aller bisherigen Plätze dar.

Abends koche ich unter etwas erschwerten Bedingungen, meine elektrische Pfanne haut immer wieder die schwachbrüstige Sicherung der Stromversorgung raus.
Ich beginne draußen zu essen, aber dann wird es so kalt und windig, dass ich umziehe und seit langer Zeit mal wieder im Bus esse.
Das gefällt mir gar nicht!

Pfad der Götter

Am nächsten Tag ist es aber wieder warm und sonnig 🙂 .
Heute, meinem ganzen Tag an der Amalfiküste, unternehme ich eine Wanderung auf dem “Pfad der Götter”.
Er führt hoch über dem Meer mit fantastischen Aussichten von Bomerano nach Positano.

Die Wanderung ist eine der bekanntesten und beliebtesten an der Amalfi-Küste.
Entsprechend ist es ziemlich voll. Wieder etwas, dass ich zur Hauptferienzeit ungern machen würde.
Einmal treffe ich für einige Minuten niemandem mehr und freue mich darüber.
Dann merke ich, dass ich mich verlaufen habe und im Nirgendwo gelandet bin. Da freue ich mich nicht mehr so 😉 .

Über den Weg huschen immer wieder aufgeschreckte Eidechsen, manchmal auch ein größeres Tier.

Am Ende geht es über 1700(!) Stufen hinab nach Positano.
Der Stufen haben unterschiedliche, nicht immer ergonomische Höhen.
Zum Schluss schmerzen mir die Knie sehr, jede neue Treppe hinter der nächsten Biegung kommentiere ich innerlich (und manchmal auch nach außen) mit “Oh nein, nicht noch mehr Stufen 🙁 !” .

Positano ist aber ein sehr schöner Ort, der malerisch auf Hügeln am Meer liegt, mit steil aufsteigenden Bergen im Hintergrund.

Von dort fahre ich mit dem Schiff zum namensgebenden Ort der Küste, nach Amalfi.

Amalfi ist aber weder schöner noch leerer als Positano.
Mein Bus “nach Hause” fährt erst in mehr als einer Stunde.
Daher setzte ich mich in ein Café und trinke einen Aperol Spritz auf die untergehende Sonne.
Der war mir in Positano mit 8,–€ noch zu teuer, hier kostet er 9,–.

Das Finden des richtigen Busses ist dann noch ein Herausforderung. Anzeigetafeln gibt es nicht.
Der gefragte Busfahrer mag sich nicht konkreter äußern, als dass der Bus vom Busbahnhof abfährt (da stehen ungefähr 20 Busse) und um 19:00 Uhr fährt (das wusste ich).
Als kurz vor 19:00 Uhr ein Bus auf den Platz gefahren kommt, springt der Busfahrer heraus, ruft irgendetwas auf Italienisch – und ist weg.
Könnte das mein Bus sein? Eine Anzeige am Bus gibt es ebenfalls nicht.
Zusammen mit anderen ratlosen Reisenden, die auch in meine Richtung wollen, finde ich dann aber doch meinen Bus.

Busfahrer müssen hier ziemlich coole Typen sein (was man ihnen übrigens auch ansieht).
Die engen, gewundenen Straßen vom Meer hinauf zu fahren, fand ich schon mit meinem kleinen Bus abenteuerlich.
Mit einem richtig großen Bus erfordert es einiges an Kaltblütigkeit. Aber es klappt, wir kommen nach mehr als einer Stunde Fahrt in San Lazzaro an.

Nachdem ich im “Pub 18”, mit einem sehr netten Wirt, der offensichtlich den halben Ort kennt, gegessen habe, laufe ich noch zu einem Aussichtspunkt und genieße den Blick auf die nächtliche Küste.

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  1. Pingback: an Rom vorbei – Christian Ortlieb

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